Tanzen: Die Bielefeld-Verschwörung – Operation „OWL tanzt 2019“

Ferdinand und Christine bei „OWL tanzt“ (Foto: C. Siebenbürger-Thiebes)

Für das Großturnier „OWL tanzt“ hatten die SSF Tänzer Ferdinand Faßbender und Christine Sieben-bürger-Thiebes am 09.11. für das Turnier der Senioren III S-Klasse Standard gemeldet. Diverse Baustellen und eine Großdemonstration verlängerten die Anreise trotz Befahrens der empfohlenen Umleitung erheblich. Die eingeplanten Zeitpuffer schmolzen dahin. Immerhin konnte noch rechtzeitig die Wettkampfstätte, die Seidenstickerhalle in Bielefeld, erreicht werden, wenn auch nicht mehr viel Zeit für Vorbereitungen blieb.

Vom Check-In ging es ab in die Umkleide. Das Anlegen der Turnierkleidung lässt sich nur begrenzt beschleunigen, besteht doch vor allem der Frack des Herrn aus diversen textilen Groß- und Kleinteilen plus Haken, Ösen und Knöpfen. Schnell stand fest, dass nur mit minimalem Aufwärmen gestartet werden musste. Die Veranstalter meinten es nämlich besonders gut und verlegten den Beginn der Vorrunde unerwartet nach vorne.  So war kein Eintanzen mehr möglich. Am Parkettrand stellte Ferdinand außerdem fest, dass dem eiligen Umziehen das Anlegen der Bauchbinde zum Opfer gefallen war. Ohne die kann der Frack nicht geschlossen werden. In letzter Sekunde konnte diese Panne noch behoben werden.

Trotz Kaltstart, dafür mit einer Portion Adrenalin, gelang der Einzug in die nächste Runde. In der Zwischenrunde wurden von der Turnierleitung bis zu 7 Paare auf die für das Standardtanzen relativ kleine Parkettfläche von 15x10m gepackt. Auch wenn man in der obersten Leistungsklasse Ausweichmanöver und Choreografieabwandlungen beherrschen sollte, kommt es immer wieder zu einem Knubbeleffekt in den Ecken. Da ist schon mal eine Vollbremsung vonnöten, die einem den kompletten Schwung nimmt. Ernsthafte Kollisionen konnte Ferdinand vorausschauend vermeiden. Erfreulicherweise konnte der Einzug ins Finale ertanzt werden. In der 7er Endrunde wurde noch ein weiteres Paar geschlagen, so dass das Turnierergebnis mit einem 6. Platz von 14 Paaren nach gut 3 Monaten Wettkampfpause in der recht dünnen Luft der S-Klasse ein toller Erfolg ist.

Die Heimfahrt wurde zur weiteren Herausforderung. Das Navigationssystem versagte an der geänderten Verkehrsführung durch Baustellen und Straßensperrungen. Wir gelangten auf den falschen Weg und zur Korrektur trug das Navi nichts mehr bei. „Neuberechnung der Route“ – Fehlanzeige, kein Mucks kam aus dem Lautsprecher. Es war wie verhext. Den Umleitungen und dem Stau zu entrinnen, stellte sich als zeitfressendes Unterfangen heraus. Das ist die Wahrheit über die Bielefeld-Verschwörung! Überlege gut, ob du wirklich hinfahren musst - vielleicht kommst Du nicht wieder zurück…

Christine Siebenbürger-Thiebes

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